Toyota öffnet seinen Patentpool in Sachen Brennstoffzelle.

Nach Tesla Motors öffnet nun auch der japanische Autohersteller Toyota seinen Patentpool und gestattet anderen Autoherstellern und Partnern einen lizenzkostenfreien Zugriff darauf. In diesem Patentepaket befinden sich neben Patenten zur Technologie der Brennstoffzelle auch weitere Patente zur Speicherung von Wasserstoff im Fahrzeug und für ergänzende Kontrollsysteme. Ergänzt wird der Pool noch mit Patenten, die sich mit Technologien an Wasserstofftankstellen befassen.

Die Brennstoffzelle gilt neben der rein elektrischen Batteriespeicherung von Strom als weiterer, effizienter Energielieferant für Elektroautos. Der japanische Autohersteller Toyota hat in diesem Bereich in den letzten Jahren besondere Expertise erworben und mit dem im letzten Jahr vorgestellten Toyota Mirai ein Brennstoffzellenfahrzeug vorgestellt, dass ab diesem Jahr in Großserie produziert werden soll.

Ein umfangreicher Patentpool mehrerer tausend internationaler Patente zum Thema Brennstoffzellenantrieb ist einer der Nebeneffekte dieser Bemühungen. Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2015 in Las Vegas verkündete Robert Carter, Senior-Vizechef der Automobilsparte von Toyota Motor Sales USA, in einer Pressekonferenz, dass die Toyota Motor Corporation anderen Autoherstellern und Partnern des Unternehmens kostenfreien Zugriff auf insgesamt 5.680 brennstoffzellenrelevanten Patente geben möchte, zunächst beschränkt auf einen Zeitraum bis „etwa 2020“.

In diesem Pool befinden sich unter anderem 1.970 Patente zu Technologien der Brennstoffzellblöcke, 290 Patente zu Hochdruck-Wasserstofftanks und 3.350 Patente zur Steuerung von Brennstoffzellen. Zusätzlich gibt es auch noch Zugriff auf 70 Patente, die Technologien zu Wasserstofftankstellen beschreiben und vor allem für Betreiber und Entwickler von Wasserstofftankstellen relevant sein dürften.

Toyota begründet seinen Vorstoß der offenen Patentpolitik mit dem Ziel, die Weiterentwicklung und den Einsatz der Brennstoffzelle in der Mobilität weiter zu fördern. Toyota gilt in der Autobranche zwar schon immer als ein Unternehmen mit einer verhältnismäßig liberalen Lizenzierungspolitik bei eigenen Patenten, der kostenfreie Zugriff auf das jetzige, große Paket an Patenten zur Brennstoffzelltechnologie ist dennoch ein großer Schritt, der anderen Autobauern die Chance geben könnte, eigenen Entwicklungen weiteren Auftrieb zu geben.

Es dürfte vor allem auch im Interesse Toyotas sein, dass die Brennstoffzelle mit weiteren Modellen – auch anderer Hersteller – eine größere Akzeptanz in der Elektromobilität gewinnt. Erst durch eine stärkere Modellauswahl entsteht ein aufgefächerter Markt, der es dann wiederum lohnenswert macht, ein größeres Netz an Wasserstofftankstellen aufzubauen.

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