Autonachsorge 2.0: Tesla Roadster 3.0.

Der kalifornische Elektroautohersteller Tesla Motors setzt wieder einmal Maßstäbe in der Automobilproduktion und schaut nicht zu, dass aus seinem ehemaligen Flagschiff Tesla Roadster kontrolliert Alteisen wird, sondern wird ab 2015 ein exklusives Upgrade-Kit für den Roadster anbieten. Die Preise hierfür sind noch nicht bekannt, aber klar dürfte sein, dass dieses Kit signifikant den sowieso überdurchschnittlichen Wert von gebrauchten Tesla Roadster weiter erhalten dürfte. Der Start eines Umdenkens auch für andere Autohersteller?

Stellen Sie sich vor: Sie kaufen ein Auto. Dieses Auto wird irgendwann einmal nicht mehr hergestellt und die Modellreihe von einem Nachfolgemodell ersetzt. Zwar müssen alle Autohersteller nach dem Produktionsende eines Modells die Ersatzteilversorgung für mindestens zehn Jahre sicherstellen, aber nach Ende der Produktion kümmert sich so gut wie kein Hersteller mehr darum, Modelle zu verbessern. Ein Auto zu kaufen bedeutet auch heute noch, auf dem Stand zu bleiben, der bei der Entwicklung des Modells in das Auto eingeflossen ist.

Nicht so Tesla Motors. Zwar wird der Tesla Roadster, das erste Serienauto der Kalifornier, seit 2012 nicht mehr produziert, aber dennoch sorgen sich die Teslaner auch um diese Besitzer und bietet aber 2015 ein exklusives Upgrade-Kit an, die aus den bestehenden Tesla Roadstern einen „Tesla Roadster 3.0“ machen sollen. Und dieses Upgrade wird, wenn die Ankündigungen stimmen, kein Verlegenheits-Upgrade sein:

  • Der Akkupack wird im Roadster-3.0-Upgrade vollständig ausgetauscht und gegen einen Akkupack mit heute gängigen Kapazitäten ausgetauscht (die Entwicklung des ursprünglichen Akkupacks stammt aus dem Jahre 2008). Der neue Akkupack soll bei gleichem Gewicht und Größe insgesamt 31 % mehr Kapazität und rund 70 Kilowattstunden aufweisen.
  • Mit einem „Retrofit Aero Kit“ soll die bestehende Karosserie aerodynamisch optimiert werden, um hier eine 15 % bessere Aerodynamik zu erreichen.
  • Die dritte Gruppe von Verbesserungen betrifft das Fahrwerk, das mit neuen Rädern und Verbesserungen bei den Radlagern und beim Umgang mit dem restlichen Bremswiderstand im Elektromotor (zur Rekuperation der Beschleunigungsenergie).

Das Ziel umschreibt Tesla in seinem Unternehmens-Weblog im Artikel zum Roadster 3.0:

„Combining all of these improvements we can achieve a predicted 40-50% improvement on range between the original Roadster and Roadster 3.0. There is a set of speeds and driving conditions where we can confidently drive the Roadster 3.0 over 400 miles. We will be demonstrating this in the real world during a non-stop drive from San Francisco to Los Angeles in the early weeks of 2015.“

Im Klartext verknüpft Tesla also das Roadster-3.0-Upgrade nicht nur mit Verbesserungen, sondern auch mit neuen Leistungseigenschaften. Und die neue Reichweite von über 640 Kilometern mit einer Akkuladung will Tesla Motors in den ersten Wochen des Jahres 2015 mit einer Testfahrt von San Francisco nach Los Angeles unter Beweis stellen. An Selbstbewusstsein mangelt es Tesla also nach wie vor nicht, wobei allerdings immer hinzugefügt werden muss, dass Tesla seine Versprechungen überdurchschnittlich oft auch einhält.

Sicherlich wird das Upgrade nicht kostenlos sein und einen durchaus spürbaren Preis haben. Dennoch wird die Investition in so ein Upgrade-Paket eine lohnenswerte Geldanlage sein, denn mit diesem Upgrade hat Tesla es verstanden, ein an sich wartungsarmes Auto so signifikant zu aktualisieren, dass es schlagartig heute üblichem Standard entspricht. Und das wird sich positiv auf die sowieso schon extrem stabilen Preise für gebrauchte Tesla Roadster auswirken.

Gleichzeitig macht Tesla es vor, wie die Autonachsorge der Zukunft aussehen kann. Anstatt langfristig die meisten gebauten Roadster irgendwann auf dem Schrottplatz zu sehen, sorgt ein offizielles Upgrade-Paket dafür, den Wertverfall deutlich zu begrenzen, wenn nicht sogar umzukehren. Das mag aus Herstellersicht heutzutage vielleicht verrückt klingen – immerhin verdienen die meisten Autohersteller vor allem am Verkauf von Neuwagen das meiste Geld – ist es aber spätestens dann nicht, wenn der Hersteller mit dem Verkauf des Upgrade-Paket und dessen Einbau (und sicherlich auch mit der Rückgewinnung der wertvollen Rohstoffe aus den zurückgenommenen Akkupacks) ebenso Geld verdienen kann.

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