Tesla baut geplante Akkufabrik in Nevada.

Es gibt nicht wenige Analysten, denen Teslas Expansionspläne gehörig unheimlich vorkommen. Als der kalifornische Elektroautohersteller Anfang des Jahres verkündete, bis 2017 eine eigene Batteriefabrik mit dem Projektnamen „Gigafactory“ aufzubauen, die schon im Jahr 2020 jährlich Batterien mit der Gesamtkapazität von 35 Gigawattstunden bauen soll, taten sich selbst feste Investoren schwer mit dieser Mitteilung. Dennoch – der Standort scheint gefunden, Tesla baut seine Gigafactory voraussichtlich in Nevada.

Dass Teslas Expansionspläne stehen und fallen mit der kostengünstigen Produktion von Akkukapazität, ist ein offenes Geheimnis. Während Tesla für viele Modelle anderer Hersteller den kompletten Antriebsstrang liefert, ist das eigene Model S zwar immer noch die Referenz in Sachen Elektroauto, allerdings richtet sich der durchschnittliche Preis von 70.000 US-Dollar vornehmlich an kaufkräftige Autokäufer.

Dass Tesla Pläne für ein kleines und kostengünstigeres Modell in den Schubladen hat, steht außer Frage. Mit rund 150 bis 180 US-Dollar, die derzeit eine Kilowattstunde Akkukapazität durchschnittlich kostet, kostet der Akku des Model S in der 85-kWh-Ausführung zwischen 12.000 und 15.000 US-Dollar. Wollte man ein kleineres Modell mit der gleichen Akkukapazität bauen, bliebe dieser Kostenblock vollständig und auf anderen Wegen müssten Kosten eingespart werden. In Zeiten von moderner Serienfertigung und bereits erheblich geschrumpften Teile- und Produktionskosten ist das selbst für Tesla nicht abbildbar.

Die Gigafactory soll das Ende dieser Mangelwirtschaft einläuten und Tesla ist offenkundig in seinem Zeitplan. Bis Ende 2014 sollte die Frage des Standortes geklärt sein, damit ab 2017 die ersten Akkus gebaut werden können. Am heutigen Donnerstag nun verkündet Nevadas Gouverneur Brian Sandoval den spektakulären Deal, dass die Gigafactory in seinem Bundesstaat gebaut wird. Das dürfte für alle Beteiligten die beste Entscheidung sein, denn so werden rund 6.500 Arbeitsstellen geschaffen und der Wüstenstaat ist für die Strategie, möglichst viel Energie der Gigafactory solar zu erzeugen, sehr geeignet. Und die Nähe zum kalifornischen Hauptquartier und der Hauptproduktionsstätte in Fremont dürfte ebenfalls ein ausschlaggebender Punkt sein.

Interessant am Rande ist, dass die gewaltige 5-Milliarden-Dollar-Investition keineswegs von Tesla Motors allein gestemmt wird, sondern dass mindestens ein altbekannter Zulieferer dabei sein wird: Panasonic will die Hälfte der Produktionsfläche dazu nutzen, um auch mit der Gigafactory weiterhin Teslas wichtigster Zulieferer zu bleiben.

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