Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive: Der Midi-Tesla

Nach dem Smart Fortwo Electric Drive ist die B-Klasse Electric Drive nun das zweite, rein elektrische Mercedes-Benz-Modell, das in einer Serienfertigung produziert wird. Wie auch beim Smart setzt Mercedes-Benz bei der elektrischen B-Klasse auf einen Antriebsstrang, der vollständig vom Partner Tesla Motors zugeliefert wird. Damit setzt der Stuttgarter Autobauer auf bewährte Technik und liefert auf diese Weise ein Auto, das in Deutschland endgefertigt wird und eine eher teure B-Klasse ist, aber immerhin einen „billigen Tesla“ darstellt.

Dass die Partnerschaft zwischen Tesla Motors und Mercedes-Benz nicht nur einseitig ist, haben beide Autohersteller nicht zuletzt durch den Smart Fortwo Electric Drive bewiesen. Der kleine, rein elektrisch angetriebene eBolide hat es längst aus der „Laborexistenz“ geschafft, was nicht zuletzt an der extremen Modularität in der Fertigung liegt – Smart hat eine Fertigungstiefe von nur 10 % und lässt 90 % aller Produktionsmittel fremdfertigen – sondern auch an der Batterie, die Tesla Motors beisteuert. Der nächste Schritt, die populäre B-Klasse mit einem elektrischen Antrieb auszustatten, ist daher nur konsequent und seit Mitte April ist es nun soweit und die B-Klasse wird seriengefertigt.

In Sachen elektrischem Antrieb muss sich der Kompaktvan dabei keinesfalls verstecken. Der Elektromotor mit einer Leistung von 132 Kilowatt liefert einen Drehmoment von bis zu 340 Newtonmetern und beschleunigt das Auto bis zu einer Maximalgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. Die Lithium-Ion-Batterie speichert bis zu 28,5 Kilowattstunden Strom und ermöglicht eine Reichweite von rund 200 Kilometern. Geladen wird das Fahrzeug über einen Typ-2-Steckanschluss, an dem entweder eine Wallbox mit einem Ladestrom von bis zu 11 Kilowatt angeschlossen werden kann oder auch ein Ladegerät mit einer üblichen Haushaltssteckdose. Im Schnellladeverfahren soll das Auto schon nach eineinhalb Stunden Ladedauer wieder eine Reichweite von 100 Kilometern aufweisen. Eine Besonderheit stellt der „Extended Range Modus“ dar, der nichts mit einer mutmaßlichen Reichweitenverlängerung durch einen Hilfsmotor zu tun hat, sondern es ermöglichen soll, die Batterie ausnahmsweise mit 15 % mehr Ladung zu versehen und die Reichweite so zu verlängern, allerdings auf Kosten der Batterielebensdauer.

Die Großserienfertigung der B-Klasse Electric Drive findet im Werk im baden-württembergischen Rastatt statt. Die derzeitige Planung sieht vor, dass das Auto zunächst Mitte 2014 in den USA angeboten werden soll. Die offizielle Markteinführung in Deutschland ist für Ende 2014 geplant. In den USA ist ein Verkaufspreis um die 40.000 US-Dollar anvisiert, damit ist wohl in Deutschland mit einem Preisgefüge von 35.000 bis 40.000 Euro zu rechnen. Das wäre, würde man die Motorleistung als Basis nehmen, nur ein geringfügig höherer Preis von etwa 10 bis 15 % gegenüber einer B-Klasse mit vergleichbarem Benzinmotor.

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