Honda testet elektrisches Kleinstfahrzeug im Pendlerverkehr

Auf der japanischen Insel Miyakojima testet der japanische Automobilhersteller Honda Motor in einem Testprojekt den Einsatz von Elektrokleinstfahrzeugen im Pendlerverkehr. Der Honda Micro Commuter ist hierbei mit seinen zwei Sitzplätzen und seinem rein elektrischen Antrieb ein sparsames und ideales Testobjekt, denn die Fahrzeuge sollen im Testbetrieb ausschließlich mit Solarstrom betrieben werden.

Die japanische Insel Miyakojima mit dem gleichnamigen Städtchen ist mit ihren knapp 160 Quadratkilometern und den darauf lebenden 48.000 Einwohnern eine verhältnismäßig kleine und eher unbedeutende Insel der Präfektur Okinawa, rund 1.800 Kilometer von Tokio entfernt und mit 350 Kilometern deutlich näher an Taiwan, als an den japanischen Hauptinseln gelegen.. Vor allem der Tourismus ist einer der Haupteinnahmequellen, dazu passt auch der „Deutsche Themenpark“, der seit 1995 auf der Insel beheimatet ist und unter anderem einen authentischen Nachbau der rheinischen Marksburg beherbergt.

Die Abgeschiedenheit von Miyakojima, die mittelgroße Bevölkerungszahl und sicherlich auch die Notwendigkeit, mit Brenn- und Kraftstoffen, die zur Energiegewinnung nötig sind und von außen angeliefert werden müssen, sparsam umzugehen, machen eine solche Umgebung interessant für Mobilkonzepte mit alternativen Antrieben. Und reine Elektroantriebe, die mit Strom aus regenerativen Quellen betrieben werden können, können genau in solchen Szenarien sehr anschaulich getestet werden.

Der Honda Micro Commuter MC-β EV erinnert mit seinem Design an den Renault Twizy, der in der gleichen Fahrzeugklasse positioniert ist. Beide Fahrzeuge haben zwei Sitze, die jedoch hintereinander angeordnet sind, so dass das Auto entweder zwei Erwachsenen oder einem Erwachsenen und zwei Kindern Platz bietet. Der Micro Computer kommt mit einem 15-Kilowatt-Elektromotor, der den eBoliden auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern antreiben kann. Sowohl das maximale Leergewicht von 700 Kilogramm (ohne Batterie) als auch die maximale Motorleistung von 15 Kilowatt sind vorgegeben, damit der Micro Commuter in Japan in die dort gültige Fahrzeugklasse „L7“ für Mikro-Mobilitätsprodukte eingestuft werden kann. Die Reichweite gibt Honda mit 60 Kilometern an, die das Fahrzeug vor allem für einen urbanen Betrieb in Städten und Ballungsräumen prädestiniert – oder auf einer Insel.

Zum Testbetrieb kooperiert Honda Motor nicht nur mit der Stadtverwaltung von Miyakojima, sondern auch noch mit dem Technologiepartner Toshiba, der zum Testbetrieb drei Ladestationen mit aufgebauten Photovoltaik-Anlagen beisteuert. An diesen Ladestationen sollen die Fahrzeuge dann unabhängig vom Stromnetz CO2-neutral geladen werden.

Nach Aussagen von Honda soll der Test mögliche Muster im Einsatz kleiner Fahrzeuge zutage fördern und unter anderem aufzeigen, welche Anforderungen an künftige Mobilitätsprodukte gestellt werden. Erprobt werden soll auch, wie sich CO2-Emissionen und Stromkosten im Laufe des Feldversuchs entwickeln. Langfristiges Ziel ist es, Mobilitäts- und Energiemodelle zu schaffen, die zu einer Recycling-orientierten Gesellschaft passen.

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