Was verbrauchen Sie eigentlich an Strom?

In Gesprächen über Elektroautos kommt häufig ein besonderes Problem auf: Wie kann man Stromverbrauch nicht nur in einfachen Zahlen quantifizieren, sondern in Vergleichen mit „normalen“ Stromverbrauchern, beispielsweise im Haushalt? Und sehr häufig kommt man zum Phänomen, dass zwar jeder Strom verbraucht, aber keiner so recht weiß, wie viel und vor allem, wo besonders viel.

Sehr viele Stromkunden, die einmal versucht hat, den Stromanbieter zu wechseln, stehen schon recht bald vor einem besonderen Problem: Wie viel Strom verbrauche ich eigentlich? Während bei einem herkömmlichen Auto die Frage schon erheblich einfacher dadurch zu beantworten ist, dass man zum Tanken nun eben zu einer Tankstelle fahren und dort in der Regel auch sofort bezahlen muss, gibt bei Strom die Antwort die Stromrechnung. Doch auch wenn man seinen Jahresverbrauch kennen sollte, fehlt das „Gefühl“ für den Stromverbrauch.

Da wir für Stromverbräuche kein Sinnesorgan haben und es leider auch heute noch eher unüblich ist, dass Geräte einen eingebauten Stromzähler mitbringen, ist die Anschaffung eines externen Strommessgerätes eine sinnvolle Anschaffung. Denn es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, was manche Geräte an Strom verbrauchen.

Beispiele:

  • Spülmaschine. Ein Sparwaschgang (38 Minuten) mit einer handelsüblichen Miele-Spülmaschine verbraucht 0,75 Kilowatt, der bei einem angenommenen Stromtarif von 30 Cent pro Kilowattstunde demnach 23 Cent kostet.
  • Toaster. Der Toaster hat einen Verbrauch von 0,7 Kilowattstunden, würde also in einer Stunde im Dauerbetrieb 0,7 Kilowatt verbrauchen. Bei einem Toastvorgang von angenommenen 3 Minuten sind das 0,035 Kilowatt und in unserem angenommenen Stromtarif genau 1 Cent.
  • Wasserkocher In richtig messbaren Größen dabei sind wir mit handelsüblichen Wasserkochern, die mit Leistungsregionen von 2 Kilowattstunden arbeiten. Wird hier für einen Liter Wasser beispielsweise 6 Minuten benötigt, sind das bei 0,2 Kilowattstunden schon 6 Cent.

Beeindruckend sind jedoch auch dauerbetriebene oder verhältnismäßig lang betriebene Geräte:

  • Ein moderner Haushaltskühlschrank mag zwar mit 10 Wattstunden weniger verbrauchen, als eine Energiesparlampe, ist jedoch das ganze Jahr über in Betrieb. Das sind pro Tag immerhin schon 0,24 Kilowattstunden (7 Cent) und im Jahr 86,5 Kilowattstunden (rund 26 Euro).
  • Eine Fernseher/Satellitenreceiverkombination kommt mit 0,2 Kilowattstunde daher (6 Cent). Bei einem durchschnittlichen Fernsehkonsum von drei Stunden pro Tag sind das über das Jahr verteilt 216 Kilowattstunden (knapp 65 Euro).

Immerhin ermöglichen es Elektroautos, solche Strom-Rechnungen auch nahtlos auf die Mobilität umzurechnen. Der BMW i3 zum Beispiel hat einen durchschnittlichen Verbrauch von 12,9 Kilowattstunden pro 100 Kilometer gemäß NEDC-Fahrzyklus. Mit diesen rund 13 Kilowattstunden könnten Sie also demnach ungefähr 65 Mal einen Liter Wasser aufkochen oder 65 Stunden fernsehen.

Solche Vergleichszahlen mögen auf den ersten Blick abstrus klingen und eher an so Vergleiche wie zwischen Äpfel und Birnen erinnern. Sie sind jedoch sehr anschaulich und einprägsamer, als Zahlenwüsten oder Effizienzklassen, machen Energieverbräuche „greifbarer“ und schaffen ein Bewusstsein für das Energiesparen. Und letztendlich lassen sich mit einem handelsüblichen Strommessgerät große Verbraucher finden und dessen zukünftige Verbrauchspreise gegenüber einer eventuelle Neuanschaffung gegenrechnen.

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