„Ein Dieb ist ein Dieb“

In den USA ist ein Besitzer eines Elektrofahrzeuges in die Mühlen des Gesetzes gekommen, als er dabei erwischt wurde, wie er sein Elektrofahrzeug für wenige Minuten an einer Steckdose einer öffentlichen Schule lud. Auch wenn es dabei nur um Elektrizität im Gegenwert von wenigen Cent handelt, zeigt dieser Fall doch sehr anschaulich, dass auch das Laden eines Elektrofahrzeuges nicht einfach nur ein Kavaliersdelikt ist.

Zugegeben, Kaveh Kamooneh, Besitzer eines Nissan Leaf, hatte die Situation nicht sonderlich gut eingeschätzt, als er zu seinem Fahrzeug zurückkam, dass an der Chamblee Middle School geparkt war und dort an der Steckdose hing. Denn während er seinen Sohn zum Tennisspiel zum schuleigenen Tennisplatz brachte, schloss er kurzerhand seinen Wagen an eine Steckdose der Schule an, ohne offensichtlich vorher zu fragen, ob er das durfte. Und dann nahm das Elend seinen Lauf, wie der Fernsehsender WXIA-TV in Atlanta berichtete.

Das Laden des Fahrzeuges führte dazu, dass schon nach wenigen Minuten die örtliche Polizei auf der Matte stand, nachdem sie einen Notruf (!) darüber erhielt, dass jemand eine Steckdose der Schule nutzte. Der Polizist fand vor Ort den angeschlossenen Wagen und nach einiger Zeit auch den Besitzer, der allerdings keine Reue zeigte und auch keinen Versuch einer Entschuldigung startete. Der Fall wurde aktenkundig, zumal sich einige von Kamooneh angegebene Daten als falsch erwiesen. So sei sein Sohn gar nicht an der betreffenden Schule angemeldet und zum Tennisspiel sei er nicht wegen seines Sohnes hingefahren, sondern weil er selbst dort spielte.

Elf Tage später erschien die Polizei im Haus von Kaveh Kamooneh und verhaftete ihn. Der Fall war in der Zwischenzeit zu einer Anzeige wegen Diebstahls von Elektrizität angewachsen, da Kamooneh es versäumt habe, vor dem Laden nach einer Erlaubnis dazu zu fragen. Laut den Akten landete Kamooneh für 15 Stunden in einer Gefängniszelle. „Ein Dieb ist ein Dieb“, so Sergeant Ernesto Ford der Chamblee Polizei. Auch Kamoonehs Einwand, dass er in den 20 Minuten des Ladens kaum mehr Elektrizität bezogen habe, als für 5 US-Cent, ändere nichts daran.

Mein Kommentar: Völlig richtig. Ungefragt Strom aus einer Steckdose zu entnehmen, ist nichts anderes wie Diebstahl, selbst wenn es sich nur um Strom im Gegenwert von einstelligen Centbeträgen handelt. Eine einfache Nachfrage hätte nichts gekostet und wenn man niemanden fragen kann, kann man eben auch keine Steckdose vor Ort benutzen.

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