Ultrakompakt zum x-ten: Das MOTIV.e City Car

Die 43. Tokyo Motor Show ist die Automesse in Fernost und traditionell die Hausmesse der japanischen Autohersteller. Yamaha zeigt zusammen mit dem Designstudio Gordon Murray Design auf der Tokyo Motor Show ein Konzept eines ultrakompakten Elektro-Zweisitzers, den man aber irgendwo schon mal gesehen hat …

Und noch ein Konzept. Und noch ein Ultrakompakter. Und noch ein Zweisitzer. Und noch einer, den man irgendwie so schon mal gesehen hat. Zugegeben, es ist im ultrakompakten Fahrzeugsegment nicht sehr einfach, sich gegen Designeinflüsse entgegenzustellen, die einst Ende der 1990er Jahre der Autohersteller Smart in die Welt gesetzt hat: Die kurze und nur angedeutete Fronthaube, die hochgezogene Windschutzscheibe, das radikal nach oben gezogene Heck, die kräftig nach hinten verlagerte Sitzreihe. Dass noch genügend Potential hinter diesen Konzepten steckt, beweist Yamaha und das britische Designstudio Gordon Murray Design in seinem Konzept des MOTIV.e City Car.

Bei Yamaha spielt sich Elektromobilität derzeit vor allem bei elektrischen Rollstühlen und Golfcaddies ab. Da man aber in diesen Bereichen durchaus Erfahrung vorzuweisen hat, macht es sich nicht schlecht, im Bereich Elektromobilität ebenfalls Duftmarken zu hinterlassen. Dementsprechend solide kommen die antriebstechnischen Werte daher, die für ein urbanes Stadtauto absolut im Rahmen sind. Der 25-Kilowatt-Motor (34 PS) beschleunigt den eBoliden mit sehr kräftigen 658 Newtonmetern Drehmoment bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h. Von Null auf 100 benötigt der MOTIV.e city car 15 Sekunden. Die Batterie mit 8,8 Kilowattstunden Kapazität sorgt für eine maximale Reichweite von 160 Kilometern; geladen werden kann sie an einer Schnellladestation in rund einer Stunde, an einer Haushaltssteckdose in drei Stunden.

Das Design, zu dem das Designstudio Gordon Murray beigetragen hat, basiert auf dem hauseigenen „iStream“-Herstellungsprozess. Bei dieser Art der Autoherstellung wird zunächst das Chassis des Fahrzeuges komplett mit dem Antrieb zusammengebaut und erst gegen Ende des Fertigungsprozesses mit den Body Panels, dem eigentlichen Fahrzeugaufbau, ergänzt. Durch neuartige Kunststoffmaterialen, die direkt vor Ort produziert und lackiert werden, verspricht man sich eine deutlich schnellere, effizientere und günstigere Produktion, als im klassischen Autobau.

Auch wenn, persönliche Anmerkung des Autors, etwas weniger Smart dem Konzept deutlich genehmer kämen und das Ultrakompaktsegment in der Elektromobilität inzwischen übervoll mit Konzepten ist – der Weg, den Yamaha und Gordon Murray Design vor allem auch in der Herstellung gehen, ist sicherlich nicht der schlechteste. Gerade im Klein- und Kleinstwagensegment wird früher oder später der Preis die große Rolle spielen und da sind in Sachen Elektromobilität nicht die Hersteller im Vorteil, die potentiell auch in sehr großen Zahlen produzieren können, sondern die, die auch in kleineren Produktionszahlen sehr effizient Autos gebaut bekommen.

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