Tesla und die Panik der Analysten

Am Mittwoch war es wieder so weit: Um etwa 16 Uhr US-Ostküstenzeit geriet in Smyrna im US-Bundesstaat Tennessee abermals ein Tesla Model S nach einem Unfall in Brand und musste von der lokalen Feuerwehr gelöscht werden. Der Fahrer konnte sich rechtzeitig aus seinem Fahrzeug retten und während die ersten Bilder wenige Stunden nach dem Unfall in einschlägigen Tesla-Foren kursierten, bereiteten sich Tesla-Verantwortliche schon auf den medialen Einschlag vor, der daraufhin auch kam.

Erwartungsgemäß reagierten die Anleger regelrecht panisch, was sicherlich mit den gehörigen Übermaß an Erwartungen zu tun haben, die seit Monaten in den sehr hohen Preis der Tesla-Aktie eingepreist sind. Während Anfang Oktober der erste Fahrzeugbrand den Aktienkurs vorübergehend um rund 10 % nach unten rauschen ließ und eine leichte Abwärtstendenz auslöste, kämpft der Aktienkurs nach dem nun dritten Fahrzeugbrand inzwischen mit einem vorübergehenden Kurssturz von über 20 %. Keine leichte Sache für den aufstrebenden Automobilhersteller, der immerhin mit großer Transparenz sehr anschaulich und authentisch auf die Geschehnisse reagiert.

Generell ist es so, dass alle Fahrzeuge mit der geladenen Energie ein durchaus hohes Reaktionspotential an Bord haben, egal ob man nun hier ein herkömmliches Auto mit Verbrennungsmotor und vollem Benzintank betrachtet oder ein Elektroauto mit einer genügend großen Batterie. Bei allen Motorisierungen entsteht die Energie durch kontrollierte chemische Prozesse. Laufen diese unkontrolliert ab, besteht die reale Gefahr, dass auf einen Schlag zu viel Energie freigesetzt wird. Bei allen wirklich gefährlichen Stoffen wird immer versucht, diese möglichst gut gegen Einflüsse von Außen abzuschotten. Im Falle von Batterien mit einem metallenen Containment und ständiger Kontrolle der Batterieparameter.

Im Falle des ersten Fahrzeugbrandes Anfang Oktober bei Seattle ist die Ursache in einem Metallteil zu finden, das während der Fahrt den Boden der Batterie durchstoßen hat und in der Batterie zu einem Kurzschluss führte. Daraufhin geriet die Batterie in Brand. Der zweite aufgezeichnete Fahrzeugbrand eines Model S passierte zwei Wochen später Mitte Oktober im mexikanischen Merida, als ein Model S mit überhöhter Geschwindigkeit an einem Kreisverkehr ins Schleudern kam, danach eine Betonmauer durchstieß und gegen einen Baum prallte. In allen diesen Unfällen konnten sich die Insassen rechtzeitig in Sicherheit bringen, nicht zuletzt auch durch die rechtzeitige Aufforderung des Bordcomputers, das Fahrzeug zu verlassen. Ebenfalls in allen diesen Fällen blieb die Fahrzeugkabine zunächst unversehrt, da der Aufbau der Batterie, so Tesla-CEO Elon Musk, so gestaltet ist, dass entstehende Flammen innerhalb der gekapselten Batterien zunächst nach unten geführt werden. Das ist auch gut an den Unfallfotos, die vielerorts im Web kursieren, zu erkennen.

Auch im nun dritten Vorfall geht die lokale Polizei Vermutungen nach, dass ein auf der Straße herumliegendes Teil in die Batterie eingedrungen sein könnte. Eine Polizeisprecherin der Tennessee Highway Patrol bestätigte hierbei die Aussage des Fahrers, dass dieser vor dem Unfall über ein entsprechendes Teil gefahren sei.

Faktisch muss zu allen Einzelfällen immer gesagt werden: Autos, die zum Zwecke gebaut werden, auf öffentlichen Straßen zu fahren, müssen eine Reihe von dokumentierten Tests durchlaufen. Im Test der US-Verkehrsbehörde NHTSA schneidet der Tesla Model S mit Bestnoten ab und ist daher erst einmal ein sehr sicheres Auto, was der Insassenschutz bei den obigen drei Unfällen auch gezeigt hat.

Ein Gedanke zu “Tesla und die Panik der Analysten

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