Strom aus der Straßenlaterne

Die Idee ist buchstäblich einleuchtend: Warum flächendeckend eigene Stromzapfsäulen aufstellen und Parkplätze speziell für Elektroautos auszeichnen müssen, wenn der Klassiker der öffentlichen Stromentnahme – die gute, alte Straßenlaterne – verhältnismäßig kostengünstig umgebaut werden könnte? Ein Berliner Unternehmen namens Ubitricity will es möglich machen.

„Mobile Metering“ nennt das im Jahr 2008 gegründete Unternehmen sein Konzept, das eine der zentralsten Probleme der Elektromobilität angehen will: Während für die meisten Fahrer eines Elektroautos die heimische Steckdose zum Laden noch das kleinste Problem darstellt, wird es unterwegs schon richtig kompliziert, wenn man weiß, dass eine Fahrt deutlich länger sein wird, als eine Batterieladung hält. Denn es gibt nicht nur verhältnismäßig wenig Stromtankstellen im öffentlichen Raum, sondern es existieren auch noch unzählige Abrechnungsmodalitäten, Kundenkartenzwang und nicht zuletzt blockierte Parkplätze, an denen überhaupt getankt werden könnte.

Ubitricity will mit „Mobile Metering“ dieses Thema dreistufig angehen:

  1. Kommunen, Stadtwerke, Parkplatzanbieter etc. können Parkplätze mit entsprechend ausgestatteten Ladepunkten ausstatten. Diese Ladepunkte bestehen aus einer Systemsteckdose, die entweder in eine eigene Zapfsäule eingebaut sind oder aber auch in herkömmliche Straßenlaternen unmittelbar an der Parkfläche.
  2. Besitzer von Elektrofahrzeugen kaufen von Ubitricity ein eigenes Ladekabel, mit dem sie ihr Elektroauto an eine beliebige Ubitricity-Steckdose anschließen können. Das eigene Ladekabel ist personifiziert und besitzt eine Zählfunktion, einen so genannten „Smart Meter“; damit authentifiziert sich das Ladekabel zum einen gegenüber dem Ubitricity-Abrechnungssystem und liefert dem Autobesitzer alle notwendigen Informationen über den Ladevorgang.
  3. Ubitricity übernimmt die Abrechnung des Ladevorgangs, sowohl gegenüber dem Autobesitzer, als auch gegenüber des Stromlieferanten.
Das Konzept, das Ubitricity mit führenden Partnern wie ITF-EDV Fröschl, VOLTARIS und der Physikalisch Technischen
Bundesanstalt (PTB) entwickelt, wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert und stellt einen ersten diskriminierungsfreien Ansatz für eine öffentliche Ladeinfrastruktur dar. Denn mit dem Smart Meter soll der Autobesitzer in der Lage sein, einen bestimmten Anbieter oder eine bestimmen Tarif wählen zu können. So ließe sich der heimische Stromanbieter wählen oder auch ein bestimmter Ökotarif. Da der Autobesitzer immer mit Ubitricity abrechnet und das Unternehmen wiederum mit den Stromlieferanten, wären alle Beteiligten hier weitgehend flexibel.

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