Neues von Tesla in Sachen Fahrzeugbrände des Model S

Tesla-CEO Elon Musk hat in einem Artikel im offiziellen Tesla-Weblog einen Zwischenstand zur Batterieproblematik und der Vorfälle der letzten Wochen gegeben. Unter anderem will der kalifornische Elektroautohersteller mit einem Softwareupdate und mit weiteren unabhängigen Untersuchungen der in Brand geratenen Batterien reagieren.

Mit einer ganzen Reihe von Statistik versucht Elon Musk in einem aktuellen Blog-Artikel auf dem offiziellen Tesla-Weblog, die drei Model-S-Brände der letzten Wochen in die richtigen Verhältnisse zu setzen. Bei insgesamt 19.000 zugelassenen Tesla Model S im 3. Quartal ergeben die drei Fahrzeugbrände eine statistische Quote von einem Brand pro 6.333 Fahrzeuge. Diese Zahl steht im Gegensatz zu einem Brand pro 1.350 herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor pro Quartal. Damit, so Musk, sei man allein aufgrund dieses Vergleiches in einem Tesla Model S im Bezug auf einen Fahrzeugbrand mehr als viereinhalb mal so sicher unterwegs, wie in einem herkömmlichen Auto.

Diese freilich recht bescheidene Zahlenbasis von nur 19.000 Fahrzeugen ergibt sicherlich diskutierbare Ergebnisse, dem ist sich auch Elon Musk offenkundig bewusst. Die Zahlen über die Häufigkeit seien nur die eine Hälfte der Story, denn Elon Musk ging im Artikel ebenfalls auf das Unfallrisiko durch den in einem herkömmlichen Auto mitgeführten Treibstoff ein. Ein Benzintank enthält zehn Mal mehr Energie als eine Model-S-Batterie, die ihrerseits durch Trennung der einzelnen Module so gut abgeschottet ist, dass sich ein Brand in der Batterie nur verhältnismäßig langsam entwickeln könne und die Insassen so eine deutlich höhere Überlebenschancen hätten. Weiterhin gelte der Tesla Model S als sicherstes Fahrzeug, das von der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) in den USA jemals getestet wurde.

Elon Musk kündigte drei Maßnahmen als Folge der Unglücksfälle an:

  1. Tesla hat ein Softwareupdate veröffentlicht, das an alle Model S übertragen wird und die Bodenfreiheit beeinflusst. Bei höheren Geschwindigkeiten soll das Fahrzeug nun mehr Bodenfreiheit bekommen, um den Fahrzeugboden vor auf der Straße herumliegenden Teilen zu schützen. In zwei der drei Fahrzeugbrände waren auf der Straße herumliegende Teile während der Fahrt aufgewirbelt worden und durchbrachen den Unterboden unterhalb der Batterie.
  2. Tesla bittet die National Highway Traffic Safety Administration als neutrales Institut um eine volle Untersuchung der bisherigen drei Unglücke.
  3. Tesla erweitert seine Garantiebedingungen auch für Beschädigungen, die durch Feuer ausgelöst werden, selbst wenn ein Brand durch einen Fahrfehler ausgelöst wird. „Selbst wenn ein Model-S-Besitzer aktiv versucht, das Fahrzeug zu zerstören, sind beide geschützt“, so Musk.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Äußerungen des Tesla-CEO und die nächsten Wochen auf die Nervosität der Tesla-Investoren niederschlagen werden. Der Tesla-Aktienkurs ist in der Zwischenzeit unter die 130-Dollar-Grenze gefallen und weit von seinem bisherigen Höhepunkt im Oktober von fast 195 US-Dollar entfernt. Es hat den Anschein, dass Tesla nun in halbwegs realen Verhältnissen ankommt. Das muss nicht schlecht sein, zumal die Nachfrage immer noch deutlich überdurchschnittlich ist.

Ein Gedanke zu “Neues von Tesla in Sachen Fahrzeugbrände des Model S

  1. Pingback: US-Behörde stellt Tesla Model S wieder höchste Sicherheitszertifizierung aus | eBolide

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.