Elektromobilität auf norwegisch

In Europa ist zweifellos Norwegen das Land, das das Thema Elektromobilität am engagiertesten und nachhaltigsten angeht. Und das zeigt sich auch an den Verkaufszahlen. Auch im Oktober war wieder ein Elektroauto an der Spitze der Neuzulassungen – der Nissan Leaf.

Nachdem bereits im September mit dem Tesla Model S ein Elektrofahrzeug die Liste der Fahrzeugneuzulassungen krönte, ist auch im Oktober wieder ein Elektroauto an der Spitze. Mit den Nissan Leaf ist es diesmal kein neu eingeführtes Auto, sondern ein „alter Bekannter“, was diese Nachricht umso bemerkenswerter machte. Insgesamt wurden im Oktober 716 neue Nissan Leaf eingeführt, mit einem Marktanteil von stolzen 5,6 Prozent.

Warum ausgerechnet Norwegen?

Dass in Norwegen Elektroautos anscheinend problemlos an die Spitze der Neuzulassungen kommen können, ist natürlich nicht ganz zufällig und es spielen einige Faktoren mit:

  1. Norwegen hat keine nennenswerte Automobilindustrie und hat deshalb keine besondere Ausprägung für landeseigene Automarken. Damit gibt es auch nicht die größte Anschaffungsbremse wie in Deutschland, wenn die meisten Autohersteller nämlich erst gar keine oder sehr überteuerte Elektrofahrzeuge anbieten.
  2. Der norwegische Staat subventioniert den Kauf eines Elektrofahrzeugs. Herkömmliche Autos werden – je nach Umweltbelastung – kräftig besteuert, während Elektrofahrzeuge deutlich günstiger wegkommen. Zudem entfällt beim Kauf eines Elektrofahrzeuges die 25-prozentige Mehrwertsteuer. Eine ähnliche Förderung gibt es für die Anschaffung einer privaten Stromtankstelle.
  3. Fahrer von Elektrofahrzeugen kommen in den Genuss von vielen Vergünstigungen und Verkehrsvorteilen. Beispielsweise dürfen Elektroautos in Oslo und anderen norwegischen Großstädten die Busspuren benutzen, auf öffentlichen Parkplätzen ist das Parken gratis, die Nutzung vieler Stromtankstellen ist kostenlos und Elektroautos sind von der Citymaut befreit.
  4. Die Strompreise in Norwegen sind zwar vergleichbar mit den Preisen in Deutschland, Benzin ist in Norwegen dafür rund 25 bis 30 % teurer als in Deutschland. Dies ist besonders bemerkenswert, da Norwegen nicht nur eine bedeutende Stromproduktion aus regenerativen Quellen hat, sondern auch ein Erdölförderland ist.

Kurzum: Norwegen macht es anschaulich vor und zeigt, dass Elektromobilität mit einem gut geplanten politischen Anschub funktionieren kann, auch ohne eine eigene Automobilindustrie. Vielleicht auch gerade deshalb.

Ein Gedanke zu “Elektromobilität auf norwegisch

  1. Ein weiterer wichtiger Punkt spielt in Norwegen eine Rolle:
    Die Norweger haben Strom im Überfluss, noch dazu nachhaltig erzeugt. Durch die ganzen Wasserkraftwerke produzieren sie einen deutlichen Überschuss. Da ist es eigentlich nur logisch, in Zukunft nur noch mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen zu fahren.

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