Das öffentliche Ladestationsnetz von EnBW und Prepaid-Angebote

Der baden-württembergische Energieversorger EnBW betreibt in Baden-Württemberg das derzeit größte Netz an öffentlichen Ladestationen für Elektromobile und Elektrofahrräder mit über 350 Ladestationen. Mit einem attraktiven Prepaid-Angebot spricht EnBW dabei auch Besitzer von Elektromobilen an, die nur gelegentlich „außer Haus“ Strom tanken wollen.

Den eBoliden zu Hause laden, ist für die meisten Besitzer noch das kleinste Problem. Die richtigen Schwierigkeiten beginnen unterwegs, wenn eine öffentliche Ladestation benötigt wird. Und selbst wenn man eine gefunden hat und die auch den passenden Ladestecker anbietet, beginnen oft die nächsten Martyrien mit unterschiedlichen Zahlungsmodalitäten.

EnBW hat in Baden-Württemberg sein Netz von derzeit über 350 Ladestationen mit einem einheitlichen System ausgestattet, das eine Abrechnung per Vertrag oder per Prepaid-Karte ermöglicht. Letztere ist dabei eine interessante Alternative zu vielen anderen Systemen und darüber hinaus auch preislich attraktiv:

Die „Elektronauten“-Prepaid-Karte von EnBW

EnBW vermarktet sein Prepaid-Angebot unter dem Namen „Elektronauten“-Prepaid-Karte und bietet aktuell zwei Karten mit jeweils einem Ladebetrag von 25 und 50 Euro an. Beide Kartentypen können online über die Website von EnBW bestellt werden, alternativ ist sie auch im EnBW-Shop in Stuttgart erhältlich.

Das Laden ist dabei denkbar einfach und funktioniert auf dem gleichen Weg wie über die normalen EnBW-Vertragskarten. Die Karte wird an die Ladestation gehalten und die Station freigeschaltet. Danach wird der Strompreis angezeigt. Im nächsten Schritt wird das Fahrzeug an die Ladestation angeschlossen und die Ladung beginnt. Um die Ladung wieder zu beenden, wird die Karte nochmals an die Ladestation gehalten, unmittelbar danach wird die Anschlussdauer und der minutengenau abgerechnete Betrag angezeigt, danach kann das Fahrzeug wieder von der Ladestation abgezogen werden. Das funktioniert so lange, bis der Betrag der Prepaid-Karte aufgebraucht ist, danach ist eine neue Karte fällig – eine Aufladung der Karte ist nicht möglich.

Die Ladestationen von EnBW

Grundsätzlich setzt EnBW zwei Typen von Ladestationen ein: Eine Ladestation für E-Bikes, die nur Schuko-Steckdosen an Bord haben und eine Ladestation auch für Elektrofahrzeuge, die sowohl Schuko-Steckdosen, als auch Typ-2-Ladekabel (von EnBW als „Turbostecker“ bezeichnet) an Bord haben. Letztere Ladestationen finden sich an Parkplätzen und versorgen zwei Parkbuchten, so dass zwei Fahrzeuge gleichzeitig aufgeladen werden können.

Die Elektronauten-Prepaid-Karte (und auch die Vertragsversion) lässt sich an allen Ladestationen einsetzen und gilt daher gleichermaßen für alle E-Fahrzeuge, also auch zum Laden von E-Bikes. Nach eigenen Angaben versorgt EnBW alle seine Ladestationen mit Ökostrom.

EnBW versorgt mit seinen Ladestationen vor allem Ballungsräume wie Karlsruhe und Stuttgart, sowie die Rheinschiene. Landesweit gibt es durchaus Versorgungslücken in weiteren Ballungsräumen wie zum Beispiel der Rhein-Neckar-Region, weil hier EnBW nicht als Regionalstromversorger tätig ist, sondern kommunale Betriebe vor Ort.

Ladepreise

Interessant und durchaus wettbewerbsfähig sind dabei die Kosten der Prepaid-Angebotes, die zwar deutlich teurer sind, als die Preise bei einem Laufzeitvertrag, aber dennoch am unteren Limit angesiedelt sind:

  • Über die Schuko-Steckdose lässt sich per Wechselstrom eine Leistung von bis zu 3,6 kW ziehen und hier kostet eine Stunde Laden 1,50 Euro. (Geht man von einem reinen Haushaltsstrompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde aus, würden 3,6 kW pro Stunde demnach etwas über 1 Euro kosten.)
  • Über den Typ-2-Stecker lässt sich per Gleichstrom eine Leistung von maximal 22 kW ziehen, hier kostet eine Stunde Laden 5 Euro. Und das ist dann durchaus als Kampfpreis zu verstehen, wenn hier ein Fahrzeug geladen wird, dass auch schnellgeladen werden kann, wenn 22 Kilowatt pro Stunde würden bei einem Haushaltsstrompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde schlappe 6,60 Euro kosten.

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