Tesla Model S mit „Autobahn-Tuning“

Eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h sollten für ein Elektroauto reichen, sollte man meinen. Und obwohl der Tesla Model S mit dieser Höchstgeschwindigkeit selbst die obere Messlatte in der Branche definiert, geht es offenbar doch noch etwas schneller – wenn es jemand möchte und wenn er dafür mit einer geringeren Reichweite bezahlt.

Wenn Tesla-CEO Elon Musik ehrfürchtig von der „Autobahn“ spricht, schwelgt hier vor allem die Bewunderung vieler Amerikaner für das fehlende generelle Tempolimit auf Deutschlands Autobahn. „Wenn Sie jemand sind, der gerne die Höchstgeschwindigkeit ausfährt, dann tunen wir Ihr Fahrzeug, damit es sich toll anfühlt“, so Elon Musk bei einem Deutschlandbesuch im Oktober. Und damit sind vor allem deutsche Interessenten für das Model S gemeint, die sich möglicherweise an der normalen Geschwindigkeitsbegrenzung auf 210 km/h stören könnten.

Höhere Geschwindigkeiten werden allerdings auf Kosten der Reichweite gehen und auch bei Tesla ist, so wie bei allen Herstellern von Elektrofahrzeugen, Reichweite erst einmal ein Akt der Theorie. Zwar gibt Tesla für das Model S beim 85-kW-Modell eine Maximalreichweite von 502 Kilometern (nach NEDC, dem New European Drive Cycle) und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h an, allerdings wird beides sicherlich nicht zusammen funktionieren.[/caption]

Dazu kommt, dass das NEDC-Prüfverfahren, das eine standardisierte Simulation einer zeitlich genau begrenzten Kombinationsfahrt aus Stadt- und Überlandfahrt darstellen soll, für Kritiker alles andere als realitätsnah ist. Allein schon der Ansatz, dass Geschwindigkeiten von über 120 km/h nicht im NEDC-Prüfverfahren berücksichtigt werden und das Durchschnittstempo des rund 1200 Sekunden langen Prüfprozesses nur rund 34 km/h beträgt, ist weit von jeglicher Realität einer Überlandfahrt entfernt. Und genau die ist für einen Fahrer eines reinen Elektrofahrzeuges das Thema.

Rasen jenseits der 200 Stundenkilometer wird daher auch für den sportlichen Tesla-Fahrer vor allem ein ein eher seltener Vorgang bleiben, wenn er denn effizient fahren möchte. Immerhin: Das „Deutschland-Update“ wird es wohl kostenlos geben.

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